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  • AutorenbildHolger Dirxen

Was machen Ballonpiloten im Winter?


Wer kennt es nicht? Da fährt man im Dezember zu seiner Lieblings-Eisdiele (meine ist übrigens in Molbergen) und dann haben die zu.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Eismanufakteure im Sommer so viel Geld verdient haben, dass sie im Winter schlichtweg Urlaub machen.

4-6 Monate Urlaub?


Hört sich erstmal nicht schlecht an, doch dazu später.


Hier geht es ja nicht um Eis, sondern um Ballon fahren.


Ähnlich wie beim Eis, ist die Nachfrage im Winter bei unserem deutschen „Schietwetter“ mit dem bunten Luftgefährt in den grauen Himmel aufzusteigen gen null.


Technisch zwar möglich, aber nicht schön - weder für Gäste, Pilot und auch nicht für den Ballon.


Nicht schön für den Ballon?

Ja, du hast richtig gehört. Ballone sind nämlich wasserscheu und lieben es auch nicht in den Matsch gelegt zu werden. Dadurch sind sie im nächsten Sommer nicht nur hässlich / schmutzig anzusehen, sondern es geht auch auf Kosten der Sicherheit. Sobald ein Ballon nass eingepackt wird und nicht innerhalb weniger Tage zum Trocknen ausgepackt wird, beginnt ein Schimmelprozess der das Material (speziell natürlich die Ballonhülle) schwächt. Dadurch fällt er im nächsten Sommer zwar nicht vom Himmel, aber büßt kostbare Flugzeit ein. Im Schnitt hat ein Ballon (Hülle) eine Lebensdauer von 700-900h in der Luft. Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Hitze im Ballon, aber eben auch die Feuchtigkeit rauben ihm kostbare Zeit am Himmel.


Deswegen gibt es bei uns im Winter weder Eis noch Ballonfahrten.


Doch wo sind nun die Piloten hin?


Es gibt zwei Arten von Piloten.

Die einen haben einen Hauptjob und fahren nebenbei Ballon.

Vielen Dank auch an unser Team, die jede freie Minute im Sommer nutzen um unsere Gäste glücklich zu machen. Ihr seid super 👍🏽


Und es gibt Vollzeit Piloten wie mich.

Wir haben zwar im Sommer eine 7 Tage Woche und kämen damit ja schon fast auf das Jahrespensum eines angestellten Arbeitenden, liegen im Winter aber trotzdem nicht auf der faulen Haut.

Die letzten drei Winter waren wir in den Alpen zum Ballon fahren. Dort bei Frost wo die Feuchtigkeit keine Chance hat, ist Ballonfahren nämlich doch im Winter möglich. Und traumhaft schön dazu. Stahlblauer Himmel, schneebedeckte Berge und viele bunte Ballone. (Und hier haben auch einige Eisdielen geöffnet und bieten neben Apfelstrudel heißen Punsch an)

Manchmal fahren wir mit unseren Ballonen von einem Tal ins nächste, aber ab und zu ergibt sich auch die Chance einer Alpenüberquerung. Von Bayern über Österreich hinweg mit Landung in Italien 🇮🇹. Das ist für viele Ballonfahrer immer noch die Königsklasse.

Wir sind auf Höhen von 5000-6000m unterwegs und erreichen Geschwindigkeiten über 100km/h.

Ein Abenteuer was nur wenige Menschen erleben.


Piloten, die nicht so die Kälte mögen oder auch einfach nur die Abwechslung suchen, ziehen in internationale Gebiete wo das ganze Jahr über Ballonfahrten möglich sind, z.B. Cappadokien, Myanmar, Ägypten oder eben auch nach Marokko 🇲🇦.

Im diesem wunderschönen Land befinde ich mich im Moment.

Ja, ich schreibe euch aus der Sonne und möchte euch gerne mit meinen Bilder verzaubern und Vorfreude auf die nächste Saison machen.

Folgt mir doch auch bei Instagram oder Facebook für viele weitere schöne Momente.


Und um noch mal auf das Thema 4-6 Monate zurück zu kommen:

Ich habe in diesem Jahr und heute ist der 31.12. jeden Tag gearbeitet.

Das sind 365 Tage.


 


Mein Geheimnis liegt darin, dass ich meine Arbeit liebe und es sich für mich nicht wie Arbeit anfühlt, sondern wie 365 Tage Urlaub.


In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Rutsch in das neue Jahr und falls ihr nicht mit eurer Arbeit glücklich seid, ändert etwas.


Es ist nie zu spät und man ist nie zu alt dafür.


Alles Liebe


Captain Holger



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